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Überblick über die verschiedenen Manteltypen und Eigenschaften

Feste Leitungen

Feste Leitungen

Beschreibung

  • Längen bis 300 m
  • (Abhängig von der Einspeisung und Leistung des Heizbandes bis zu 165 m mit einem Heizkreis.
  • Durch Mehfacheinspeisungen für weitere Heizkreise ist die max. Rohrbündellänge erweiterbar.)
  • Feste Verlegung
  • Innen- und Außenmontage

» Detailbeschreibung

Wärmedämmung

  • Thermovlies (temperaturbeständig bis 200°C)
  • Glasfaservlies (temperaturbeständig bis 500°C)

Flexible Leitungen

Flexible Leitungen

Beschreibung

  • Längen bis 150 m (abhängig von der Einspeisung und Leistung des Heizleiters)
  • Enge Montageverhältnisse (kleine Biegeradien)
  • Feste Verlegung oder mobile Entnahmestellen (Labor/Prüfstand)
  • Innen- und Außenmontage

» Detailbeschreibung

Wärmedämmung

  • Silikonschaumschlauch (temperaturbeständig bis 200°C)

Hochflexible Leitungen

geschaeftsbereiche-hochflexible-leitungen

Beschreibung

  • Kurze Längen
  • Sehr enge Montageverhältnisse (kleine Biegeradien)
  • Feste Verlegung oder mobile Entnahmestellen (Labor/Prüfstand)
  • Ohne mechanische Beanspruchung
  • Innenmontage

» Detailbeschreibung

Wärmedämmung

  • Silikonschaumschlauch (temperaturbeständig bis 200°C)

Gerne können Sie sich hier unseren Katalog als PDF herunterladen.


Auf Nummer sicher: eine neue Analysenleitung für besondere EX Anforderungen

Einleitung

Die Relevanz von Fragestellungen wird in der heutigen Zeit bei Reden oder Vorträgen oftmals über die Anzahl der google Treffer beschrieben – orientiert man sich an diesem Ansatz werden bei der Eingabe des Wortes ATEX ungefähr 12,2 Mio. Treffer ermittelt, eine schier unvorstellbar große Zahl.  Schränkt man diesen großen Beriech über die Eingabe von ATEX Analysenleitungen ein, verringert sich diese Anzahl drastisch, „lediglich“ 18.200 Treffer findet die Suchmaschine in sekundenschnelle. Die beiden Hauptanwendungsgebiete für beheizte Analysenleitungen bestimmen oftmals auch schon die Relevanz eines ATEX Schutzes: im großen Bereich der Emissionsmessung wird lediglich in Ausnahmefälle ein entsprechendes Zertifikat verlangt, so kann es auch bei der Durchführung der Leitung mit Staub- oder Rußbelastungen entsprechende Konstellationen geben, die jedoch in Summe eher einen Sonderfall darstellen. Gänzlich anders stellen sich die Anforderungen in der Prozessanalysentechnik dar, die oftmals bei chemischen oder petrochemischen Prozessen zur Anwendung kommen. Hier bedingen Probeentnahmestellen z.B. an Kolonnen oftmals zum einen die Einhaltung von EX Zonen Standards und zum anderen werden enorme Anforderungen an die Beständigkeit sowie die Prozesshaltetemperatur bei extremen Umgebungsbedingungen gefordert. Bereits an dieser Stelle steht der Anwender vor einer nahezu philosophischen Fragestellung, die in der Branche und auf Fachkongressen leidenschaftlich und kontrovers diskutiert wird: reicht bei der Risikobewertung eine ATEX Zertifizierung der potentiellen Zündquelle, also des Heizbandes, aus und wie sind die dabei nicht berücksichtigten Gefahren durch elektrostatische Aufladungen zu gewichten? Ziel dieses Artikels ist es, eine Übersicht der verschiedenen Ansätze zu geben und somit den Anwender bei der Auswahl der richtigen Lösung für die jeweils individuelle Applikation zu unterstützen.

Die wesentlichen Unterschiede

Absolut eindeutig definiert ist die Verantwortlichkeit sowie die Risikobewertung bei der Verwendung von Baugruppen und Komponenten in explosionsgefährdeten Bereichen: sie liegt beim Betreiber. Oftmals praktiziert ist der Rückgriff auf Experten großer Organisationen, deren Dienstleistungsportfolio sich auf die Durchführung von Explosionsschutzprüfungen spezialisiert hat. Vorteil aus Sicht des Betreibers ist zweifelsohne auch eine Übernahme der Haftungsrisiken durch den Dienstleister sowie eine intensive Prüfung der umgesetzten Maßnahmen nachdem vier Augen Prinzip.

Elektrostatische Aufladung

Wird in die Risikobewertung neben der Zündquelle, die aus dem elektrischen Heizband hervorgeht, auch die elektrostatische Aufladung einer Analysenleitung mit einbezogen, sind besondere Maßnahmen zur Risikominimierung notwendig. Versuchsreihen haben ergeben, dass in Laborbedingungen provozierte Aufladungen von Poly-Außenmänteln ganze Lichtbögen erzeugt werden können. Dies kann im Kleinen schon alleine durch das Abwischen einer Leitung mit einem nicht feuchten Tuch oder aber durch besondere Witterungsbedingungen (Winde, Sandstürme etc.)  Ursache für Zündfunken sein. Zudem nicht zu vernachlässigen sind die potentiellen Aufladungen im inneren der Leitung, die in Abhängigkeit der verwendeten Medienrohre sowie der zu durchleitenden Substanz ähnliche Aufladungen ergeben können.

Die rechtliche Lage

Es gibt zwei Möglichkeiten, Komponenten in Verkehr zu bringen. Einerseits als Installation mit einer Abnahmeprüfung durch eine befähigte Person nach §14 (1) mit bestimmten Randbedingungen aufgrund der Betriebsanweisung, andererseits als Gerät mit Baumusterprüfung als Komplettsystem. Auch hier ist eine Abnahmeprüfung durch eine befähigte Person nach §14 (1) erforderlich.  Bei der Installation sind bestimmte Randbedingungen zu beachten, die aufgrund der einzelnen verwendeten Komponenten in den einzelnen Teilbescheinigungen enthalten sein können. Bei der Systembescheinigung entfällt das, allerdings lassen sich dann keine fremden Geräte (z. B. Anschlußdosen) verwenden, sondern nur die im Systemschein aufgeführten.

Die Systemzulassung somit Allheilmittel?

Einen großen Vorteil haben sich hier Komponenten mit Systemzulassung erarbeitet: über ein zertifiziertes Qualitätsmanagement bei der Produktion sowie die bereits final konfigurierten Leitungen sinken die Dokumentationsanforderungen auf Seiten des Betreibers. Für den Anschluss der gelieferten Komponenten jedoch müssen auch hier wiederum zusätzliche Schritte nach Vorgabe des Herstellers beachtet werden und diese über Prüfungen dokumentiert und nachgewiesen werden – ganz ohne geht es eben nicht. Oftmals kommen hier ableitfähige Außenmantel zum Einsatz, in der Regel ergibt sich diese Eigenschaft über eine Beisetzung von Kohlenstoffen in die verwendeten Ober- oder Mantelmaterialien (z.B. ableitfähiges Polyamid).

Der Vorteil ist auch gleichzeitig Nachteil

Wer viel Erfahrung auf Baustellen und Montage national und international gesammelt hat, kommt schnell zu der Erkenntnis, dass eine vorkonfektionierte Analysenleitung sicherlich vorteilhaft sein kann, jedoch bereits die Bestimmung der konkreten Länge sowie Probleme bei der Verlegung in (zu kleine Wanddurchführungen, zudem scharfe Kanten an Kabeltrassen die zu einer Beschädigung des Mantels führen können) klar als Nachteil zu benennen sind.

Mehr Flexibilität durch kürzbare Leitungen

Eine sich mehr und mehr durchsetzende Lösung für maximale Flexibilität bei der Verlegung einer Leitung bieten selbstregulierende oder Paralellheizbandtechnologien, die flexibel auf die richtige Länge eingekürzt werden können. Der Anwender vermeidet somit die Gefahr einer zu kurzen Leitungen sowie das unschöne und im Betrieb auch oftmals beeinträchtigende Legen von Schleifen bei einer zu langen Leitung.

Dokumentationsaufwand

Wie immer im Leben erkauft man sich das mehr an Flexibilität über einen Nachteil: die Anforderungen an die Dokumentation steigen. Während bei fertig konfektionierten Leitungen lediglich der technische Anschluss dokumentiert werden muss, sind beim Kürzen einer Leitung zudem auch die genaue Montage- und Bedienungsanleitungen der Hersteller zu beachten, sowie die finale Konfiguration der Leitung über ein Protokoll festzuhalten.

Die Quadratur des Kreises: nicht ganz aber nah dran!

Bis dato musste der Anwender immer die Entscheidung treffen, vorkonfektionierte Analysenleitungen zu verwenden deren Außenmantel mit Kohlenstoff versetzt zwar eine grundsätzlich gute Flexibilität sowie einen kleinen Biegeradius mitbringen, oder aber auf robuste und widerstandsfähige, extrudierte Leitungen zu verwenden – deren ATEX Zulassung sich jedoch lediglich auf das Heizband erstreckte – das Problem der elektrostatischen Aufladung des Außenmantels also weiterhin besteht.

Ein neuer Lösungsansatz: PSG EX²

Um für genau dieses Dilemma eine Lösung anzubieten, hat PSG eine Lösung entwickelt, die die Vorteile einer widerstandsfähigen extrudierten Analysenleitung (wahlweise mit PVC, TPU oder PE) sowie den EX Schutz anbietet und zudem selbst kürzbar ist. Analyseleitung_1Ermöglicht wird das patentierte Verfahren über mehrere intelligente Innovationen: eine Aluminiumfolie wird bei der Produktion sowohl um die Medienrohre (bis zu 19 Rohre sind bei diesem Verfahren technisch möglich) verseilt und mit einem zusätzlichen Potentialausgleich verbunden. Analog wird dieses Verfahren zwischen der aus Thermo- oder Glasfaserflies verwendeten Isolierung auch zum Außenmantel hin angewendet. Die durch dieses Verfahren verwendeten beiden Potentialausgleiche müssen bei der Montage aufgelegt werden – und somit wird der dem Effekt der elektrostatischen Aufladung erfolgreich entgegengetreten. Zwei weitere Vorteile dieses innovativen Ansatzes sind klar hervorzuheben: der Außenmantel muss nicht mit Kohlenstoffen beigesetzt werden und behält somit alle positiven Eigenschaften in der Beständigkeit bei extremem Witterungsbedingungen und zudem liefert dieses Verfahren auch eine aus Kostengesichtspunkten interessante Alternative. Analyseleitung_2Neben den genannten Vorzügen einer extrudierten Analysenleitung lassen sich weitere Vorteile identifizieren: durch die Verseilung der einzelnen Komponenten in der Produktion sind Außenmantel und das Innere der Leitung so fest miteinander verbunden, dass problemlos auch lange Längen bei einer senkrechten Verlegung (z.B. Kaminen und Schornsteinen) überbrückt werden können – Längen bis zu 200 Metern sind hierzu möglich, ggf. muss eine zusätzliche Einspeisung des Heizkreises berücksichtigt werden.

Auch beim Heizband gilt: Qualität ist Trumpf

Was nützt das schönste Auto, wenn der Motor nicht läuft? Auch die Wahl des richtigen Heizbandes stellt neben der Konfiguration des Aufbaus einer Analysenleitung ein wesentliches Qualitätsmerkmal dar. Einer der führenden Anbieter von Heizbändern, die Firma Pentair Thermal, liefert insbesondere bei EX Anwendungen ein umfassendes Produktportfolio und kann über die selbstregelnden Heizbänder vom Frostschutz bis hin zu Prozesshaltetemperaturen von 150 °C nahezu alle Applikationen bedienen. Die überzeugende Qualität hat das Unternehmen vor kurzem zu einem nahezu einmaligen Schritt bewogen: die Gewährleistung auf die Heizbänder wurde auf 10 Jahre verlängert – eine wichtige Maßnahme, die insbesondere unter Betrachtung der heutzutage immer wichtiger werdenden Total Cost of Ownership (TCO) einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil darstellt.

Eines ist und wird klar: Beratung ist der Schlüssel

Wie bereits aus diesen Artikel ersichtlich wird, bietet allein das ATEX Thema eine sehr große Vielfalt an Lösungsmöglichkeiten für den Einsatz von Analysenleitungen. PSG allein hat über 2500 verschiedene Konfigurationen im Programm und sehr sich die Branche auch wünscht, über intelligente Matchcode Schlüssel in den Katalogen den Anwender Schritt für Schritt selbstständig zur richtigen Konfiguration zu führen, nimmt die Beratung einen immer wichtigeren Stellenwert ein – und dies passiert trotz aller neuen Medien durch ein persönliches Gespräch.

Ringwell Ex Analysenleitung PSG Ex²
Außenmantel Polyamid Ringwell (ableitfähig), erreicht durch Beisetzung von Kohlenstoff Polyvinylchlorid (PVC), Thermoplastisches Polyurethan (TPU) oder Polyethylen (PE)
Beständigkeit Robuster Wellschlauch aus Polyamid Extrem widerstandsfähig, PVC insbesondere für chlorhaltige Umgebungen gut geeignet (viele Anwendungen in chemischer und petrochemischer Industrie)
Verlegung Flexible Verlegung durch kurze Biegeradien Durch feste Verbindung (Verseilung) Verlegung auch auf langen, senkrechten Strecken (z.B. Kolonne, Rauchgaskanal )
Längen bis zu 80 Meter vorkonfektioniert, keine Kürzung möglich (Festwiderstandsheizleiter) Bis zu 200 Meter, flexibel kürzbar
Zonen ATEX Zone 1+2 / 21+22 / T2 / T3 / T4 / T6 ATEX Zone 1+2 / 21+22 / T2 / T3 / T4 / T6

Über den Autor Herbert Beck

Herbert_BeckHerbert Beck leitet bei der Firma PSG Petro Service GmbH & Co. KG den Bereich Analysenleitungen und Besitz 20 Jahre Erfahrung im Bereich der Analysentechnik. Zusammen mit seinem Team berät er Kunden von A (Automobilindustrie)  bis Z (Zementindustrie) bei der Auswahl der richtigen Lösung und kann dabei auf mehr als 2500 verschiedene Analysenleitungen zurückgreifen.

Über die Firma PSG

Die Firma PSG Petro Service GmbH & Co. KG ist seit mehr als 35 Jahren der zuverlässige und kompetente Partner führender nationaler und internationaler Unternehmen im Bereich Mess- und Analysetechnik. Ursprünglich fokussiert auf die Chemische- und Petrochemische Industrie beliefert das Unternehmen aus Steinbach bei Frankfurt heute weltweit Kunden aus diversen Branchen (z.B. Automobil, Energie, Entsorgung, Pharmazie, Zement) sowie führende Anlagen- und Maschinenbauer. Neben einem sehr umfassenden Sortiment an Montagematerial und Instrumentenluftverteilern für den Bereich MSR / Instrumentierung realisiert die PSG seit Jahren Projekte im Bereich Analysentechnik. Hier werden von kleineren Probenaufbereitungen bis hin zu schlüsselfertigen Analysenhäusern kundenindividuelle Anforderungen herstellerunabhängig oftmals auch in EX Ausführung umgesetzt. Zudem bietet die PSG über 2500 verschiedene für Messgas- und Analysenleitungen sowie umfassendes Zubehör für die Verlegung und den Anschluss an. Kundenindividuelle passive Isoliermanschetten sowie aktive Heizmanschetten in EX- und nicht EX Ausführung runden das Produktportfolio ab.


Die neue Freiheit oder die leidenschaftliche Diskussion über Sicherheit

Über Analysenleitungen und elektrostatische Aufladung

Wer regelmäßig in Chemieparks unterwegs ist, kommt oftmals direkt bei der Einfahrt an großen Tafeln vorbei, auf denen die Anzahl der Unfälle über einen gewissen Zeitraum angegeben sind. Die Signalwirkung ist deutlich: Goal Zero, Saftey Awards und andere Initiativen sollen dabei helfen, Unfälle zu reduzieren.

PSG Analysenleitungen

Das große Thema Sicherheit und Explosionsschutz macht natürlich auch bei Komponenten im Bereich der Analysentechnik nicht halt – seit nun über 20 Jahren regelt die EU Richtlinie 94/9/EG für Hersteller, welche Pflichten für Geräte, Anlagen oder Komponenten relevant sind. Diese Vorgaben zwingen jeden Hersteller, sich genaue Gedanken zur Gefahrenanalyse, der bestimmungsgemäßen Verwendung sowie der Gerätekategorie zu machen – doch auch hier sind die Anforderungen über das höhere Sicherheitsbedürfnis deutlich gestiegen. Immer wesentlicher wird die gesamtheitliche Betrachtung aller Komponenten, konkret fordert die Richtlinie eine Einbeziehung auch nichtelektrischer Komponenten, die eine mögliche Zündquelle aufweisen können.

Zusammenhang zu Analysenleitungen

Auch wenn optische Verfahren zur in situ-Messung direkt im Prozess zunehmend an Bedeutung gewinnen, sind extraktive Probeentnahmesysteme schon allein wegen ihrer Zuverlässigkeit in vielen Bereichen der chemischen und petrochemischen Industrie Status Quo. Sobald extraktiv entnommen wird, muss die Probe transportiert werden, dies geschieht mittels einer sogenannten Probenentnahme- oder auch Analysenleitung. Neben der enormen Entfernung, die von Probenahme bis hin zur Analyse überbrückt werden muss durchläuft eine Analysenleitung oftmals auch verschiedene Anlagenbereiche und damit auch explosionsgefährdete Bereiche und deren Zonen – hierdurch stellen sich, wie Eingangs beschrieben, besondere Anforderungen an den Gesamtzusammenbau einer Analysenleitung.

Was früher gut war, soll heute nicht mehr gut sein?

Kontrovers und leidenschaftlich wird bei Betreibern und Anlagenbauern eine Frage diskutiert, die rechtlich über die TRBS 2153 eindeutig beantwortet ist: Bei der Vermeidung von Zündgefahren in Folge elektrostatischer Aufladungen sind nicht nur die elektrischen Komponenten einer Analysenleitung (z.B. das Heizband), sondern auch alle weiteren Bauteile zu berücksichtigen.

Besteht zum Großteil noch Einigkeit, dass beim Transport eines Mediums im Inneren der Leitung über Partikel eine elektrostatische Aufladung entstehen kann, so gehen die Meinungen und Einschätzungen einer möglichen Aufladung des Außenmantels weit auseinander. Um diesen Umstand zu erklären, hilft ein Blick auf die Historie: Wurde in der Vergangenheit eine EX Zertifizierung des Heizkabels als ausreichend angesehen, werden auch aktuell noch viele Leitungen betrieben, die keinen zusätzlichen Schutz liefern. Es fällt natürlich nicht leicht, damals als Stand der Technik befundene Konzepte nun gänzlich zu verwerfen – zudem wären die Kosten für einen Austausch der bestehenden Leitungen enorm.

Wichtig bei der gesamten Diskussion ist eine Zusammenfassung der Fakten: 

  • Die Analysenleitung muss mit allen Komponenten gesamtheitlich betrachtet werden
  • Lediglich eine Betrachtung des Heizbandes als potentielle Zündquelle einer Analysenleitung ist nicht ausreichend
  • Technische Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) verpflichtet Betreiber zu einer Zündquellenbetrachtung

Nach Richtlinie 1999/92/EG §3 ist der Betreiber verpflichtet, eine Beurteilung der Explosionsrisiken in der Gesamtheit vorzunehmen. Entscheidender Punkt ist nun, ob die elektrostatische Aufladung einer Analysenleitung mit einer Maßnahme belegt wird, oder nicht. Der Betreiber ist somit zu einer Überprüfung verpflichtet, kann jedoch zur Ansicht gelangen, dass es keine zusätzlichen Schutzmaßnahmen geben muss und damit auch weiterhin und zukünftig eine „herkömmliche“ Analysenleitung eingesetzt werden kann.

Klassifizierung der verschiedenen EX-Analysenleitungen

Bis zum letzten Jahr wurden die Betreiber und Anlagenbauer vor eine schwere Entscheidung gestellt: Entscheidet man sich für das herkömmliche Konzept, in dem keine Maßnahme gegen die elektrostatische Aufladung getroffen wurde, besteht ein tendenziell höheres Risiko. Diesem konnte die Auswahl einer EX-Analysenleitung mit Systemzulassung zwar entgegentreten, jedoch wurde diese auf Kosten dreier wesentlicher Nachteile erkauft:

  • Außenmantel: Die Ableitfähigkeit des Außenmantels wird durch das Hinzufügen von Kohlenstoff erreicht, hierbei können sich Nachteile in der Beständigkeit gegenüber extrudierten Leitungen mit PVC oder TPU Mantel ergeben.
  • Kein Kürzen möglich: Die Leitung wird vom Hersteller fertig konfektioniert geliefert, ein flexibles Kürzen und konfektionieren wie bei vielen Baustellen notwendig ist nicht möglich.
  • Wirtschaftlichkeit: Insbesondere die Verwendung des ableitfähigen Mantelmaterials führt zu enormen Kostensteigerungen, kombiniert mit der eingeschränkten Beständigkeit des Materials sorgt dies für eine deutliche Steigerung der Total Costs of Ownership.

Der vermeintliche Vorteil einer Analysenleitung mit Systemzulassung nach EG-Baumusterprüfung, in Form des reduzierten Aufwands bei der Vorort Prüfung ist nur bedingt gegeben, auch hier muss eine nach TRBS 1203 Nr. 3.1 und 3.3 befähigte Person den korrekten Anschluss prüfen und dokumentieren.

Neue Lösung: PSG Ex²

Bild PSG Ex² LeitungDie Neuentwicklung der Firma PSG ermöglicht es, die Beständigkeit der extrudierten Analysenleitungen ohne Änderungen des Mantelmaterials (PVC oder TPU) sowie die Flexibilität zum Kürzen der Leitung Vorort zu einem wirtschaftlich attraktiven Preis anzubieten – in Summe eine Reihe von nachhaltigen Mehrwerten für Betreiber und Anlagenbauer.

Ermöglicht wird dies über ein besonderes Verfahren bei der Fertigung der Leitung: Zwischen dem Außenmantel und der Isolation (ausgeführt in Glasfaser oder Thermovlies) wird eine Aluminiumfolie verseilt, hierdurch wird der gefährlichen Aufladung des Außenmantels entgegengetreten und damit eine wirksame Maßnahme der Zündgefahr durch gefährliche, elektrostatische Aufladung ergriffen. Der TÜV attestiert bei diesem Aufbau, dass es neben dem elektrischen Heizkabel keine weiteren Zündquellen gibt.

Neben der Flexibilität zum Kürzen sowie der enormen Beständigkeit des Außenmantels bringen extrudierte Analysenleitungen von PSG weitere Vorteile mit sich: Die glatte Oberfläche des Außenmantels ermöglicht eine einfache Verlegung und minimiert das Beschädigungsrisiko selbst bei Verlegung an scharfen Kanten. Die feste Verseilung der einzelnen Komponenten der Leitung ermöglicht eine problemlose vertikale Verlegung (z.B. an Rauchgaskanäle, Schornsteine oder Kolonnen). Es können bis zu 300 Meter am Stück gefertigt werden, über das Hinzufügen von Zuleitungen stellen auch die maximalen Heizkreislängen mit einseitiger Einspeisung kein Problem dar.

Beim Heizkabel setzt PSG seit über 25 Jahren bewährte Qualität ein: Die Firma Pentair Thermal Management (vormals Tyco Thermal Controls) liefert insbesondere bei Ex-Anwendungen ein umfassendes Produktportfolio und kann über die selbstregelnden Heizbänder vom Frostschutz bis hin zu Prozesshaltetemperaturen von 150 °C und mehr nahezu alle Applikationen bedienen. Die überzeugende Qualität hat das Unternehmen zu einem wichtigen Schritt bewogen: Die Gewährleistung auf die Heizbänder wurde auf zehn Jahre verlängert – eine wichtige Maßnahme, die insbesondere unter Betrachtung der heutzutage immer wichtiger werdenden Total Cost of Ownership (TCO) einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil darstellt und sich mit dem Qualitätsanspruch der Firma PSG deckt.

Anleitungen auf YouTube Kanal

Dokumentation PSGAuch neben der richtungsweisenden Neuentwicklung PSG Ex² geht das Unternehmen PSG im Bereich Dokumentation und Anleitungen neue Wege: Seit Mitte diesen Jahres bietet das Unternehmen auf seiner Internetseite www.psg-petroservice.de neben den bekannten Verlege- und Montageanleitungen nun auch Videos an, die angefangen vom grundsätzlichen Umgang mit Analysenleitungen (Handhabung der Trommel, Schrumpfen etc.) auch zeigen, wie die Leitungen zu kürzen sind und wie die Konfektion und der Anschluss des Heizbandes funktioniert.

Initial entstand die Idee dieser neuen Art der Dokumentation bei dem FAT für ein von PSG gefertigtes Analysensystem: Bei einem Blick auf die umfassende, herkömmliche Dokumentation in Form von Leitz Ordnern wurde schnell klar, dass es zur effizienten Wissensvermittlung einen alternativen Ansatz geben muss: Hier dienten YouTube Videos als Vorlage. Die stetig wachsende Anzahl von Videos auf dem Portal beinhaltet eine Vielzahl von Anleitungen, wie gewisse Service- oder Wartungsarbeiten, aber auch Reparaturen durchzuführen sind.

Nach dem Erfolg dieses Konzeptes setzt PSG nun auch im Bereich der Analysenleitung auf diese neuartige Form der Dokumentation – mit sehr positiver Kundenresonanz.